Calama

In San Pedro de Atacama steigen wir in den Bus und circa 1,5 Stunden später erreichen wir die Großstadt Calama. Am Stadteingang prangt uns ein Schild entgegen: „Calama – Tierra de Sol y Cobre“ und auf einem anderen wird die Minería 4.0 beworben. Die Stadt lebt von den vielen Kupferminen, die sich in nächster Nähe befinden. Wir kommen in einer kleinen AirBnB Unterkunft unter. Unsere Gastgeberin ist sehr freundlich und erzählt uns ein wenig über die Stadt: „Jeden Tag um 14 und 18 Uhr gibt es Erdbeben in der Stadt. Das liegt an den Minen, denn dort werden um diese Uhrzeiten Sprengungen durchgeführt“. Auf der Fahrt ist uns noch ein Windpark aufgefallen und wir fragen sie wie sie den Park findet. „Ich finde die Anlagen toll! Es ist ja aber auch nur ein kleiner Windpark!“ Kleiner Windpark ist gut, denn auf der Fläche vor Calama stehen 47 Windkraftanlagen.

Ein paar Tage vorher haben wir uns Plätze in der kostenlosen Minentour reserviert und werden mit dem Bus an die größte offene Kupfermine der Welt gefahren. Kurz bevor wir ankommen, fahren wir an einer Geisterstadt vorbei, deren Bevölkerung vor ungefähr 10 Jahren umgesiedelt wurde – wegen der hohen Staubbelastung aus den Minen. Die Menschen die dort lebten, leben mittlerweile in Neubauvierteln in Calama. Wir sind ebenfalls in solch einem Viertel untergekommen.

Die Geisterstadt Chuquicamata ist mittlerweile Sperrgebiet
Sicherheit wird groß geschrieben, daher werden wir mit Warnwesten und Helmen ausgerüstet

Nach ungefähr einer Stunde Fahrt – mit einigen administrativen Stops – erreichen wir den Aussichtspunkt auf die gigantische Kupfermine Chuquicamata.

1,1 Kilometer tief
5 Kilometer lang
3 Kilometer breit

Die Ausmaße sind unfassbar und man kann beim bloßen Davorstehen, die Dimension überhaupt nicht begreifen. Ein vollbeladener Truck braucht von unten bis an den Minenrand circa 45 Minuten. Das meiste Kupfer das hier produziert wird, wird von chinesischen Firmen abgenommen.

Wie kleine Ameisen schlängeln sich die riesigen Trucks auf den kurvigen Pfaden nach oben

Mehr können wir allerdings nicht sehen, da die Mine als gefährlicher Arbeitsplatz eingestuft ist. Somit fahren wir nach etwas Aufenthaltszeit auch schon wieder zurück. In Calama selbst bewegen wir uns nur mit Uber vorwärts, da die Stadt für Touristen recht gefährlich sein soll. Unser Viertel ist jedoch sehr ruhig und laut unserer Gastgeberin auch sehr sicher. Abends können wir noch einen letzten, sehr farbenfrohen Sonnenuntergang in Chile genießen.

Am nächsten Tag fahren wir mit dem Bus über die Grenze nach Uyuni im benachbarten Bolivien.

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