Per Bus und Boot geht es von Kuching, der Hauptstadt des Bundesstaats Sarawak im Süden des malayischen Teil von Borneo zum Bako Nationalpark. Auf dem Weg entlang des Flusses, der dann bald ins Südchinesische Meer mündet, sieht man einige Fischer die auf der Suche nach Krabben sind, die sich bei Ebbe in den sandigen Boden eingegraben haben.
Bako ist bekannt dafür, dass sich dort ungestört viele Spezien entwickeln konnten oder zurückgezogen haben. Vor allem durch die extensive Ausweitung der Palmölplantagen in Sarawak, aber auch im Rest von Borneo, sind diese kleinen Rückzugsräume von den Erhalt der Artenvielfalt extrem wichtig geworden. Im Nationalpark selbst gibt es ein paar kleine, simple Holzhütten, in denen die Gäste übernachten können. Kaum angekommen kreuzt auch schon das erste Bartschwein unseren Weg – ein Anblick, der sich noch sehr häufig wiederholen sollte.

Der Nationalpark ist von einem weitläufigen Wegenetz durchzogen, die mal kurz und entspannt und mal lang und anstrengend sind. Vor allem die Schwüle macht uns zu schaffen – mit 94% Luftfeuchtigkeit ist es wohl einer der feuchtesten Orte an denen wir jemals waren (mit Ausnahme von Xingping in Südchina). Dennoch machen wir uns auf den Weg um Nasenaffen zu sehen, die es in Bako geben soll. Dafür schlagen wir extra den Weg ein, der uns von der Parkleitung empfohlen wird, um diese zu sehen. An diesem Tag haben wir jedoch nur wenig Glück und sehen keine Nasenaffen – dafür allerdings Makaken und andere Lebewesen.




Nachdem wir geschwitzt haben wie nur selten zuvor, haben wir allerdings auch schöne Blicke über den Regenwald und das angrenzende Meer erhalten:





Da das gesamte Inselgebiet Borneos in der ITC liegt, können wir hier auch wieder riesige Quellwolken beobachten – kurz bevor der Monsunregen losbricht.


Nachdem wir am zweiten Tag auch vollkommen nassgeschwitzt wieder in Richtung Hütte laufen, entscheiden wir uns am Strand zurückzulaufen. Das haben auch die Bartschweine entschieden.

Am Boden fallen uns tausende kleiner Sandkugeln auf, die in der Nähe von Löchern am Boden verteilt liegen. Irgendwann schaffen wir es dann uns langsam genug einem solchen Unterschlupf zu nähern, sodass die zugehörige Krabbe nicht gleich die Flucht ergreift.

Als wir sehr nahe an unserer Unterkunft sind, ist der Bann endlich gebrochen und wir sehen Nasenaffen in den Bäumen!

Wir sind noch ein wenig geduldig und können schließlich noch recht nah an die Nasenaffen herankommen.



Die Nasenaffen sind allerdings eine stark gefährdete Art, die auch nur auf Borneo vorkommt. Die Bestände gehen stark zurück – vor allem wegen der anhaltenden Ausweitung der Palmölplantagen.
Das meiste Tierleben sieht man jedoch nicht tagsüber, sondern nachts. Daher schlossen wir uns der täglichen Nachtwanderung an um noch andere Lebewesen sehen zu können!






Trotz seiner abgelegenen Lage bleibt der Bako Nationalpark nicht von Plastikmüll (v.a. am Strand) verschont. Als wir an einem Abend am Meer entlang laufen entscheiden wir uns also spontan ein wenig Plastik aufzuräumen. Dabei finden wir viele interessante Dinge, die eigentlich überhaupt nicht ins Meer gehören, wie zum Beispiel metergroße Aktionfiguren, Strohhalme und Instantnudelpackungen. Da wir aber nur einen kleinen Teil vom Strand schaffen, entschließen wir uns am nächsten Tag den restlichen Strand in Angriff zu nehmen. Dabei können wir noch ein wenig Verstärkung anwerben und sind am Ende zu fünft. Trotzdem brauchen wir mehrere Stunden um den Strand vom Müll zu befreien. Am Ende haben wir bestimmt über 100 kg Plastik-, Styropor- und sonstigen Müll aufgesammelt.



Wie schon vorher angedeutet – der Bann war gebrochen und wir konnten noch mehrmals Nasenaffen sehen!


Dennoch gab es noch einige Makaken in Bako. Von den Parkwächtern werden diese jedoch häufig als Terroristen bezeichnet. Das ist vermutlich auf deren Drang Tüten mit Essen zu klauen zurückzuführen.


Kurz vor unserer Abreise sehen wir sogar nochmal Nasenaffen – diesmal mit traurige Gesicht, weil wir schon gehen müssen.

Nach 3 Tagen verlassen wir also den wunderschönen Bako Nationalpark wieder und machen uns auf den Rückweg nach Kuching.

