Kyoto

Wir haben ein paar Tage in Kyoto als vorletzten Zwischenstopp während unserer Zeit in Japan eingeplant. Leider sind wir mit dem Wetter nicht mehr so gesegnet. Unser erster Gang durch die Stadt ist daher von einem konstanten Nieselregen begleitet.

An vielen Ecken findet man Toris die den Eingang zu Schreinen markieren
Ein ganz normaler Nachbarschaftsschrein

Anschließend machen wir uns zum Kaiserpalast auf. Verglichen mit China ist an diesem Palast jedoch seine Mäßigung und das Einfache auffällig.

Keine aufwändig bemalten Außenwände, wie in China

Leider holt uns der Regen immer wieder ein. Macht aber nichts, denn wir sind ja bestens vorbereitet!

Nachdem wir hier ein wenig über die vergangene Geschichte Japans lesen konnten, wollen wir am nächsten Tag ein wenig in die modernere Kultur eintauchen. Das geht in Japan sehr gut über Printmedien – die Rede ist natürlich von Mangas.

In Kyoto gibt es ein ganzes Museum, dass sich auf die Sammlung und Ausstellung von japanischen, aber auch internationalen Mangas fokussiert hat. Wir statten dem Museum einen Besuch ab und können einiges über Zeichenstile, Elemente und die geschichtliche Entwicklung der „Comicbücher“ lernen. Der beste Part ist jedoch, dass man diese auch lesen kann. Dabei sind Klassiker wie Pokemon, OnePiece, Attack on Titans, Dragonball oder Detective Conan, aber auch aktuelle Serien. Im gesamten Museum, dass über 3 Stockwerke geht, sind fast alle Wände mit Regalen ausgestattet, die gefühlt alle erschienenen Mangas seit 1945 enthalten.

Eine der berstend vollen Wände

Hier ist beispielsweise eine Ausgabe aus den Anfängen der Mangas (tatsächlich von 1945) – eine Geschichte über Baseball!

Hier kann man schon die Anfänge der klassischen Zeichenelemente sehen, wie zum Beispiel die Striche, die eine schnelle Bewegung darstellen sollen (rechte Seite, mittlere Reihe, rechtes Bild)

Nachdem wir circa 1 Stunde mit dem Museumsbesuch und 2,5 Stunden mit dem Lesen von englischen Mangas zugebracht haben, verlassen wir das Museum wieder.

Unseren nächsten Tag widmen wir dann wieder der älteren Geschichte und fahren mit hohen Erwartungen zum Kinkau-ji, dem goldenen Tempel Kyotos. Diese Idee hatten, trotz des Regens, jedoch auch andere Menschen an diesem Tag.

Kinkau-ji! Der goldene Tempel ist in einer weitläufigen Anlage aus Wald und Wasser eingebettet.

Die Realität sieht jedoch ein wenig anders aus:

Zunächst musste man sich zwischen Regenschirmen hindurchkämpfen, um einen „menschenfreien“ Blick auf den Tempel erhaschen zu können

Am Ende müssen wir jedoch recht enttäuscht wieder fahren. Es gibt keinerlei Informationen über den Tempel, die Zeit in der er gebaut wurde oder den japanischen Buddhismus. Im Prinzip wurde das Eintrittsgeld für eine Runde Laufen um den Tempel herum bezahlt.

Natürlich treffen wir auch wieder JD und Julia in Kyoto. Zusammen stellen wir uns in den Zug, um durch die tausend Tori Tore zu wandern.

Der Klassiker aus Kyoto: in einem kurzen Moment laufen nur wenige Leute durch die berühmteste Passage der Tori Tore

Die Anlage ist jedoch riesig und je weiter man sich von der Zugstation entfernt, desto ruhiger wird es und desto lockerer stehen die Tori Tore.

Am Ende der Gänge findet man immer kleine Schreine, die wiederum mit kleinen Versionen der Tore geschmückt sind.

Viele Japaner und Japanerinnen tragen Kimonos. Die Kleidung die einen ähnlichen Status wie Trachten in Deutschland haben, können dabei an vielen Stellen in allen Städten ausgeliehen werden, optional auch mit Fotograf. Auch in den Gängen der Tori Tore, die ein beliebtes Fotomotiv darstellen, sehen wir wieder einige Kimonoträger.

Die Luftfeuchtigkeit ist extrem hoch, trotzdem entscheiden wir uns bis zum höchsten Punkt der Anlage zu laufen. Mit etwas feuchten Shirts kommen wir dann, auch recht einsam, oben an.

Am höchsten Punkt gibt es zwar wegen der Bäume keinen Ausblick, aber das Gefühl ist ja auch schon gut. Das rote Leuchten der Tori Tore ist natürlich nicht mit unseren Gesichtern zu vergleichen

Gegen Abend kommen wir wieder in unserem Unterkunftsviertel an.

Oberleitungen, kleine Reklametafeln und saubere Häuser – das typische Bild einer japanischen Großstadt

Ein letzter Ausflug bleibt uns noch, ehe wir Kyoto wieder verlassen – der Bambuswald in Arashiyama.

Der Name ist Programm
Überall ist Bambus

In Kyoto finden wir auch endlich die Zeit, die üblichen Gefährte der Japaner festzuhalten. Dazu gehören:

Lustige, kleine Fahrräder
Und natürlich die einzig, wahren Kastenwägen!

Nach ein paar Tagen verlassen wir Kyoto wieder und steuern (diesmal per Zug) unser letztes Ziel an: Osaka!

Wir haben immerhin auf den Reservesitzen noch Platz gefunden! Kyoto und Osaka sind aber auch nur durch eine halbstündige Zugfahrt getrennt

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