Unserer Weg zum Bromo beinhaltet unsere erste Zugfahrt in Indonesien. Leider war es nicht so einfach einen Zug zu buchen und daher standen wir um 4:45 Uhr am Bahnhof in Banyuwangi um nach 4,5 h in Probolinggo anzukommen. Die Fahrt ist pünktlich und auch recht bequem. Wir treffen das erste Mal seit Langem wieder ein junges verheiratetes Pärchen und kommunizieren mal wieder mit GoogleTranslate. Natürlich kommt auch die klassische Frage wieder auf: Warum seid ihr noch nicht verheiratet? Die Frage hatten wir ja fast schon vermisst.
In Probolinggo gibt es viele Scams die mit dem Bromo zu tun haben. Ohne über diese Bescheid zu wissen, haben wir aber mittlerweile so viel Reiseerfahrung gesammelt, dass wir in keine Fälle treten. Vom Bahnhof fahren wir also mit einem klapprigen Taxibus (Angkot) zum Busterminal. Dort müssen wir warten bis 15 Leute zusammen kommen, damit der Bus losfährt. Die Zeit überbrücken wir mit dem schlechtesten Nasi Goreng, dass wir in unserer Zeit in Indonesien je hatten.


Mit nur einer Buspanne schaffen wir die serpentinenreiche Strecke bis zu unserer Unterkunft ein wenig außerhalb des Touristenhotspots Cemoro Lawang.

Von unserer Unterkunft sind es 4 km bis zum eigentlichen Startpunkt unserer Wanderung. Da diese 4 km auch 500 HM beinhalten, überlegen wir uns einen Roller zu mieten, um dort hinzukommen. Diese erweist sich jedoch als schwierig – in unserem Dorf und auch in den Umliegenden (die wir per Anhalter erkundet haben) findet man absolut keine Roller zum Leihen. Nachdem wir einen besonders hartnäckigen Motorradtaxifahrer (Ojek) abgeschüttelt haben und Saskia und Philipp wieder getroffen haben, entscheiden wir uns für die umweltfreundliche aber anstrengende Variante – am nächsten Tag brechen wir also um 1 Uhr in der Früh auf und laufen die Strecke komplett.
Zu viert starten wir die Wanderung also im Dunkeln. Mit Stirnlampen bewaffnet, bahnen wir uns zunächst den Weg bis zu unserem eigentlichen Startpunkt. Den Weg haben wir so gewählt, dass man die vollkommen überzogene Eintrittsgebühr für den Nationalpark unlaufen kann – dabei muss man auch kein schlechtes Gewissen haben. In der Nacht kann man eine Armee von Jeeps erkennen, die den Weg durch den Krater fahren um an die beliebten Aussichtspunkte zu kommen. Die Einnahmen für den Park sollten also sicher sein.
Nach circa 3:15 h kommen wir am King Kong Hill an. Wir sind natürlich nicht die Einzigen, können uns aber einen perfekten Platz ergattern. An der gegenüberliegenden Seite sieht man kleine Waldbrände und so warten wir, dass man langsam in der Dunkelheit erste Contouren erkennen kann – bis dann endlich die Sonne aufgeht!

Im peripheren Blickfeld schiebt sich die Sonne derweil immer weiter hinter den Wolken hervor und wärmt immer mehr.

Dieser Moment muss natürlich gebührend gefeiert werden! Das geht mit einem Bintang ganz gut soweit.


Wir verweilen fast 2 Stunden am Aussichtspunkt, bis wir quasi die letzten Wanderer oben sind. Doch wir haben noch ein ganzes Stück vor uns. Unser Weg führt uns durch einen kargen Wald, entlang an der Abbruchkante der Caldera, durch das Sandmeer bis hin zum Krater des Bromos.



Der Weg ging dann durch die Ebene, die man im Hintergrund sehen kann, bis zum Krater des Bromos. Dabei haben wir mal wieder eine unserer Apps getestet, da man im gesamten Park 4G+ Empfang hat. Diese kann mit der Kamera und GPS die umliegenden Berge benennen und die Luftlinienentfernung angeben.

Das Sandmeer ist staubig – vermutlich einer der staubigsten Orte an denen wir jemals waren.



Nach einer kleinen Pause an den Warungs die man im Bild schon in der Entfernung erkennen kann, setzen wir unseren Weg fort. Die meisten Jeeptouristen sind mittlerweile schon wieder weg und so sind nur wenige Leute am Kraterrand. Über eine eingestaubte Treppe geht es nach oben.

Auch wenn der Bromo am wenigsten idealtypisch aussieht, hat er einen sehr beeindruckenden Krater.



Der Rückweg führt auch wieder durch das Sandmeer und hinauf auf die Caldera. Eigentlich wollten wir ab dort per Anhalter fahren, doch leider war gar kein Verkehr. So entschieden wir uns also, die letzten 4 km, wie bereits in der Nacht, noch einmal zu Laufen. Nach 28 km kommen wir erschöpft am Homestay an – und vor allem dreckig.

