Unsere Reise nach Medewi beginnt ohne das wir davon wissen. Unser Ziel lautet zunächst Lovina und liegt im Norden Balis. Mit der Fähre geht es in Lembongan über das kristallklare Wasser zurück nach Bali. Dort geht es kurz mit dem Taxi zum Busterminal, wo wir in ein Bemo umsteigen, dass uns über das balinesische Hochland nach Lovina bringen soll. Bemos sind kleine Busse, die entweder kurz oder knapp vor dem Zerfall stehen und somit eine der günstigsten Transportmöglichkeiten auf Bali (aber auch im Rest von Indonesien).

Sobald die Preisverhandlung abgeschlossen waren, ging es los. Zumindest irgendwann als der Fahrer Lust hatte loszufahren. Wir konnten nicht wirklich verstehen, warum genau – das Bemo war noch nichtmal voll. 4 h später haben wir die 75 km erfolgreich zurückgelegt. In Lovina angekommen sind wir allerdings semi zufrieden. Der Ort entspricht überhaupt nicht unseren Erwartungen eines kleinen entspannten Küstenstädtchen und der Anstieg der Tourismuszahlen auf Bali zeigt hier sein unschönes Gesicht. Da der Norden noch recht wenig besucht wird, wird versucht jeden Touristen auszumelken, soweit möglich. An jeder Ecke wird man angesprochen – Tour, Unterkunft, Essen, Unterkunft, Tour,… Die gesamte Atmosphäre stimmt nicht und teuer ist es dazu auch noch. Wir schauen uns den Sonnenuntergang an und entschließen uns am nächsten Tag wieder aufzubrechen. Dazu haben wir uns einen kleinen Homestay in Medewi ausgesucht. Und diese Entscheidung sollten wir auch nicht bereuen.

Die Fahrt nach Medewi führt uns durch einen untouristischen Teil des balinesischen Hochlands. Dort reihen sich Reisfelder an Reisfelder.

Nach 2,5 h Fahrt haben wir auch diese 60 km lange Strecke geschafft. Medewi ist ein kleiner Ort mit einem bekannten Surfbreak, der aber ansonsten nur wenige Touristen sieht. Unser Homestay liegt zwischen den Reisfeldern, die nur leider momentan trocken lagen. Macht aber nichts, denn der direkte Meerblick war dafür großartig.

Unser Gastgeber Ali ist ein hervorragender Surfer – und Surflehrer. Wir hatten zwar in Canggu bereits einmal Surfstunden genommen, aber bei Ali wurden unsere Skills dermaßen verbessert, dass wir uns fragten, ob wir in Canggu überhaupt surfen gelernt hatten. Nicht nur, wie man richtig steht und welche Haltung korrekt ist, konnte uns Ali erklären, sondern auch, wie man die Wellen besser lesen und einschätzen kann und kräftesparend paddelt.
Unsere Tage in Medewi waren also hauptsächlich folgendermaßen strukturiert: Morgens hieß es einigermaßen früh aufstehen um in die Wellen zu springen und unsere Surfskills zu verbessern. Danach ging es zum entspannten Frühstück bei Ali und seiner Frau (Obst und Banana Pancakes). Nach einer Entspannungsphase und Mittagessen ging es dann wieder ins Meer zurück um im Sonnenuntergang zu surfen. Hier ein paar Eindrücke:




Medewi ist im Vergleich zum Süden von Bali stärker vom Islam geprägt – circa 30% der dortigen Bevölkerung sind Muslime. Diese Leben hauptsächlich an den großen Straßen und am Meer, denn dort leben im Hinduismus die Dämonen. Beim Surfen kann man daher oft die große Moschee von Medewi sehen.


Auch die nächsten Tage hieß es: Ab aufs Brett! Auch bei Diana platzte der Knoten und sie konnte auch endlich die Zeit im Wasser so richtig genießen. Leider haben wir nur Bilder von Lucas auf dem Board gemacht.



Auf dem Weg von und zu unserer Unterkunft mussten wir uns den Weg häufig mit Kühen teilen, die tatsächlich sehr fotogen waren.


Aber am Besten war jedoch immer der Weg zum Strand:

Unsere Zeit in Medewi haben wir also optimal genutzt. Nach fünf Tagen hieß es jedoch wieder unsere Sachen zu packen und Bali zu verlassen. Ab nach Java!
