Leshan

Ebenfalls in der Provinz Sechuan liegt die kleine Stadt Leshan. Klein ist sie, weil sie nur 3 Millionen Einwohner aufweisen kann und im Vergleich zu anderen chinesischen Städten auf der Landkarte verschwindend klein aussieht. Dennoch hat die Stadt eine Attraktion der Superlative zu bieten – der Buddha von Leshan. Was im ersten Moment nicht wirklich beeindruckend klingt, entpuppt sich auf den zweiten Blick als größte Buddhastatue der Welt.

Leshan befindet sich südlich von Chengdu und wir nutzen den Bullet-Train, um dort hinzukommen. Die Stadt wird durch einen Fluss geteilt, auf der einen Seite befindet sich die gigantische Buddha-Statue und auf der anderen Seite quasi die gesamte restliche Stadt. Natürlich muss man für den Zugang zum Buddha Eintritt bezahlen, wie das in China eben so üblich ist. Nach einem kurzen Aufstieg kommt man dann auf Augenhöhe des Buddhas raus – und muss sich durch eine Vielzahl an Menschen durchschlagen, um einen ordentlichen Blick erhaschen zu können. Da wir zur Mittagszeit ankommen, ist es noch so voll, dass wir uns erst in Richtung des restlichen Parkes machen, der im Vergleich quasi menschenleer ist. Wir kommen in einem kleinen Fischerdorf an, indem der Aufschwung durch den Tourismus schon merklich ist, dennoch auch viele Dinge unverändert geblieben sind – wie zum Beispiel die kartenspielenden Menschen am Straßenrand. Es ging natürlich wie immer um Geld und wir hatten nicht den Hauch einer Chance die Regeln auch nur ansatzweise nachzuvollziehen, dafür ging alles viel zu schnell.

Sogar die Karten sahen für uns ungewöhnlich aus

Ein paar Schritte weiter Richtung Flussufer konnten wir einen Fischer beobachten, der seiner täglichen Arbeit nachging. Dabei sah er vor dem Hintergrund der Stadt und der Touristenboote jedoch ein klein wenig verloren aus.

Danach ging es dann doch noch in Richtung der Buddha-Statue, die mittlerweile schon deutlich weniger bevölkert wurde als noch ein paar Stunden zuvor.

Natürlich waren immer noch viele Menschen vor Ort, sonst würde ja auch das China-Feeling verloren gehen

Trotz anfänglicher Schlange wollen wir dennoch auch den Abstieg wagen und den Buddha von unten betrachten. Es gleicht jedoch mehr einer überfüllten Metrofahrt als einem spirituellen Ort und ein wenig erschöpft kommen wir an den Füßen des Buddhas an. Der Abstieg hat sich jedoch gelohnt und so können wir die vollkommen ruhigen Gesichtszügen der Statue bewundern.

Ein viertel des Abstiegs ist geschafft! Während wir mit den Menschenmassen zu kämpfen haben, ist der Buddha wie immer nicht aus der Ruhe zu bringen
Unten angekommen! Da braucht man schon ein Weitwinkel-Objektiv um den gesamten Buddha einzufangen

Nachdem wir diesen Ort verlassen, an dem sogar die Mönche Selfies machen, begeben wir uns gegen Abends auf die andere Seite des Flusses. Beim Abendessen in einem kleinen Restaurant, in dem verhältnismäßig sehr viele Menschen arbeiten, werden wir von einem Studenten aus der Gegend angesprochen, der dort arbeitet und der ein wenig Englisch üben möchte. Er ist recht interessiert an uns und fragt am Ende des Gesprächs nach einem Selfie. Wenn junge Chinesen Selfies machen, ist es immer sehr wichtig sich selbst in den Vordergrund zu stellen. Die Bilder mit Touristen werden dann sehr oft in der WeChat App (ein Mix aus Facebook, Instagram, WhatsApp und Mobile Payment Apps, der in China das tägliche Leben überhaupt erst ermöglicht) in die Momente des eigenen Profils geladen wird. Das sieht dann oftmals so aus:

Man bemerke die große Augen und rote Backen Filter, die aktiviert sein müssen

Später fahren wir mit den MoBikes noch zu einem kleinen Aussichtspunkt. Die Hügel in die die Buddha-Statue eingebettet ist, sehen im Dunkeln wie ein schlafender Buddha aus.

Rechts im Bild kann man den Hügel als schlafenden Buddha erkennen. Es bleibt der eigenen Interpretation überlassen, was die leuchtende Pagode darstellen soll

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