Furano

Wir starten unseren Roadtrip mit Aoki und None in der Früh und im Nebel. Bis ins Zentrum von Hokkaido liegen 3h Fahrt vor uns und das Wetter wird ein wenig besser. Die zentrale Region ist für die großen Lavendel- und Blumenfelder bekannt, die vielerorts um Furano herum zu finden sind. Dennoch halten wir auf unserem Weg zunächst nur an einem kleinen Blumenfeld an.

Lavendel et al

Die Fahrt in Richtung unserer nächsten Unterkunft geht weiter, vorbei am Blue Pond. Der Teich, der ursprünglich als Schutzmaßnahme vor Erosion gebaut wurde, hat aufgrund der Auflösung von Mineralien eine besonders blaue Färbung und dürfte vielen Mac-Usern als Hintergrundbild bekannt sein.

Ähnlich zum Kaindy Lake in Kasachstan befindet sich Totholz im Blue Pond
Die unecht Färbung des Blue Ponds – vor allem Diana war sehr angetan

Auf der weiteren Fahrt haben wir unsere erste Begegnung mit einem wilden Tier. Obwohl Hokkaido sehr bekannt für Braunbären ist, treffen wir jedoch nur einen Fuchs, der am Straßenrand auf Nahrungssuche ist.

Ein paar Kilometer weiter sind wir an unserem Ziel angekommen und können unser Zelt das erste Mal seit Langem endlich wieder aufschlagen. Wir verabschieden uns von Aoki und None und gehen vollkommen in den Campingmodus über. Der Zeltplatz ist sogar recht voll, viele Japaner mit Motorrädern oder Familien sind unterwegs – momentan ist Ferienzeit in ganz Japan. Dennoch treffen wir hauptsächlich Menschen aus Hokkaido.

So sieht unser Zelt vollends eingerichtet aus – Lucas in der Mitte (orangener Schlafsack) und Diana im grauen Schlafsack rechts

Für den nächsten Tag haben wir unsere erste Vulkanwanderung in Japan geplant! Wir stehen also früh auf und starten gespannt auf unsere Wanderung. Bereits auf dem Weg müssen wir allerdings realisieren, dass es mit dem großen Ausblick wohl nichts wird. Die Spitze des Vulkans Tokachi-Dake ist komplett in Nebel gehüllt…

So und nicht weiter – der Blick war dann doch recht begrenzt

Dennoch hoffen wir auf den Wind und wandern bis auf die Spitze nach oben, vorbei an drei Kratern, die sich hinter der Nebelwand verstecken. Auf dem Gipfel werden wir dann schlussendlich mit Wind und Nebel belohnt…

Es wurde manchmal heller und dunkler, je nachdem wie dick die Nebelsuppe war
Der Tokachi-Dake auf 2.077 HM

Ein wenig missmutig wandern wir zu unserem Zelt zurück. Am Campen haben wir dennoch Spaß und die WLAN Verbindung vom nahegelegenen Onsen-Spa reicht sogar bis in unser Zelt. Da wir knapp unter der Wolkendecke sind, können wir sogar den Sonnenuntergang ein wenig genießen.

Kochen mit Windschutz aus Fertigsoßen

Wie bereits erwähnt, war unser Nachbar ein Onsen-Spa. Onsen sind heiße Quellen die zum Baden genutzt werden und sehr wohltuend sind. Abends als es kühler wird, verlassen wir also unser Zelt und besuchen das Onsen. Normalerweise sind diese Bäder nach Geschlechtern getrennt, weil nackt gebadet wird – hier haben wir aber eines mit zusätzlichem gemischten Bereich. Während wir uns also kochen lassen, bereiten wir uns schon mental auf unseren nächsten Reiseabschnitt vor – per Anhalter wollen wir zu anderen Vulkanen im Osten von Hokkaido: Meakan-Dake und Akan-Dake.

Am Morgen der Abreise zeigt sich der Tokachi-Dake noch einmal von seiner versöhnlichen Seite und gibt einen Blick auf seine Spitze frei.

Noch von Wolken umgeben – immerhin im Zelt scheint die Sonne
Was wir auf der Wanderung schon gerochen haben, können wir nun sehen: Schwefel wird in Form von Fumarolen ausgestoßen. Der Tokachi-Dake ist ein aktiver Vulkan, Level 1 (je höher die Zahl, desto höher die vulkanische Aktivität)

Hinterlasse einen Kommentar