Wir kommen morgens am Bahnhof in Beijing an. Sobald die Rucksäcke im Hostel verstaut sind, machen wir uns auf den Weg zum Lama Tempel im Norden des Stadtzentrums. Diese Idee hatten, wie gewohnt, auch noch gefühlt eine Million weitere Menschen an diesem Tag und so besichtigen wir die historische Anlage in geselliger Atmosphäre, statt in meditativer Ruhe. Im Vergleich zu anderen Sehenswürdigkeiten kommen die meisten Chinesen bzw. Buddhisten jedoch auch hierher, um zu Beten, und nicht wie sonst nur, um Selfies und andere Bilder zu machen. Dazu werden bspw. die Gebetsrollen genutzt.

Die Tempelanlage erstreckt sich über vier Hauptgebäude. Vor jedem der Gebäude können die Gläubigen Räucherstäbchen anzünden. In der letzten Halle befindet sich ein stehender Buddha, der aus einem einzigen Holzstamm gefertigt wurde und über 36m hoch ist – dafür wurde die Statue vom Guinessbuch der Weltrekorde prämiert.

Immernoch mitgenommen von der Zugfahrt müssen wir über die Mittagszeit erstmal ein wenig Schlaf im Hostel nachholen. Später wollen wir uns noch den berühmten Himmelstempel ansehen, doch wir sind leider zu spät dran, um auf das Gelände zu kommen, für das natürlich Eintritt gezahlt werden muss. Dennoch können wir uns die Parkanlagen um den Tempel herum anschauen und können so den ein oder anderen Blick auf das Dach des Tempels erhaschen. Im umgebenden Park ist dennoch ebenfalls einiges geboten: Gruppen aus vornehmlich älteren Menschen treffen sich um zu Singen, Tanzen, Sport zu machen oder Mahjong zu spielen. All diese Aktivitäten finden Zuschauer.
Am nächsten Tag gehen wir zunächst individuellen Aktivitäten nach. Lucas möchte früh aufstehen, um die Chance zu haben einen menschenleeren Tian’amen Platz zu fotografieren und nochmals den Himmelstempel zu sehen und Diana möchte lieber ausschlafen und den lokalen Einzelhandel und all seine Ausprägungen erkunden.
Um 5.30 Uhr klingelt Lucas Wecker, um 5.45 sitzt er auf einem MoBike (Shared Bike) und um 6.05 Uhr kommt er am Tian’amen Platz an. Die Erwartungen eines menschenleeren Platzes werden jedoch knapp verfehlt, hauptsächlich da die chinesischen Sommerferien begonnen haben und bereits zahlreiche Reisegruppen den Platz belagern.

Seine Fahrt wird also zum Himmelstempel fortgesetzt und er kommt über eine Stunde vor Öffnung des Geländes an. Das ist aber gut, da er somit in erster Reihe stehen kann, sobald die Ticketkasse öffnet. Somit bleiben 1.74 Millisekunden, um ein Bild (fast) ohne Menschen zu ergattern, ehe der Tempel in Heerscharen von chinesischen Touristen versinkt.


Am späten Vormittag treffen wir uns wieder im Hostel und machen uns später auf, um Lucas Vater, der einen Geschäftstermin in Beijing wahrnimmt, am Olympischen Vogelnest zu treffen. Das klappt mehr oder weniger gut, doch nach einer dreiviertel Stunde haben wir es geschafft!

Bevor es zum entspannten Essen und Ausklang des Tages geht, verschaffen wir uns zu Dritt noch einen Überblick über die Stadt und besteigen dazu den Hügel im Jingshan Park und genießen einen großartigen Blick über Beijing, insbesondere die Verbotene Stadt.

Natürlich konnten wir die Stadt nicht verlassen ohne Pekingente zu essen – zumindest 2/3 unserer kleinen Gruppe. Dazu gab es noch vegetarische Gerichte, die zwar scharf aber sehr lecker waren.

Nachdem viele Geschichten von unserer Reise und die Neuigkeiten aus der Heimat ausgetauscht waren, gingen unsere Wege abends nach erfolgreicher Taxisuche leider auch schon wieder auseinander. Natürlich konnte sich Lucas Vater davon überzeugen, dass wir weder ausgehungert noch Pleite noch mit unseren Nerven am Ende oder von Heimweh geplagt waren. Wir haben uns beide sehr über den Besuch von Lucas Vater gefreut!
Am nächsten Tag – der unser letzter in der chinesischen Hauptstadt sein sollte, haben wir uns noch eine berühmte Straße, die Nanluoguxiang Road, angeschaut. Dort haben sich viele kleine Läden und Essgelegenheiten angesiedelt. Die Straße war natürlich wie zu erwarten mit Menschen geflutet.

Später nehmen wir den kostengünstigsten Zug nach Xi’an. Dies soll sich jedoch als die unbequemste Fahrt unserer bisherigen Reise herausstellen. Die Sitzbänke sind kerzengerade, für eine Übernachtfahrt ist das natürlich suboptimal. Außerdem gibt es Stehplätze und der Zug ist stark gefüllt. Und die Leute rauchen im Zug. Und schnarchen. Und zocken laut auf dem Handy. Und überhaupt und so. Wir kommen also am Folgetag einigermaßen zerknautscht in Xi’an an. Hier noch ein paar ungeordnete Bilder aus der chinesischen Hauptstadt:




