Sary-Moghul

Wir steigen mit den ersten Sonnenstrahlen in ein Marshrutka und fahren nach Osh. Wir kommen am neuen Busbahnhof an, der allerdings auch schon etwas in die Jahre gekommen aussieht. Wir erkunden uns, ob es hier einen Bus zu unserem Zielort Sary-Moghul gibt. Die Antwort ist kurz und knapp Nein. Wo gibt es denn einen Bus fragen wir weiter. Am alten Busbahnhof.

Verglichen mit dem alten Busbahnhof ist der Neue ein Prachtbau. Das liegt daran, dass er hell und offen liegt und dass der alte Busbahnhof unter einer Brücke ist – es scheint dort Strukturen zu geben, die wir allerdings nicht erkennen können. Zum Glück werden wir sofort angesprochen: „Bishkek?“ Sary-Moghul!“ erwidern wir und 10 Sekunden später sind unsere Rucksäcke verstaut und wir sitzen eingequetscht in einem viel zu heißen Bus in Richtung der tadjikischen Grenze.

Obwohl der Busfahrer weiß, dass wir aussteigen wollen, heizen wir fast an Sary-Moghul vorbei. Der Ort ist sehr klein, gerade einmal 3.000 Einwohner gibt es hier. Wir entscheiden uns wieder für die einfache Variante des CBT Homestay doch merken schnell, dass CBT nicht gleich CBT ist. Hier ist es deutlich teurer und die Gastgeber sind ähnlich wie Hotelangestellte. Da wir nur eine Nacht bleiben ist das aber auch nicht so wichtig. Im Sonnenuntergang streunen wir noch ein wenig durchs Dorf und werden von noch mehr Kindern als in Arslanbob angesprochen. „Hello! Kamera? Foto?“ Die Reaktion wenn das Bild hergezeigt wird ist immer ein Lachen.

Wir treffen auch eine Gruppe Jungs die nur Schabernack im Kopf haben und selber Bilder mit unseren Kameras machen wollen. Auch diese Ergebnisse wollen wir nicht vorenthalten:

Im Hintergrund bricht derweil der Regen los

Einer der Jungs wollte auch noch ein Bild machen, natürlich ein cooles…

Am nächsten Tag sind die Wolken um den spektakulären Panoramablick des Dorfes verschwunden – allerdings kann man diesen Anblick nur genießen, wenn man früh aufsteht:

Circa 35 km hinter Sary-Moghul erhebt sich mit 7.134 m der mächtige Pik Lenin und markiert die Grenze zu Tadjikistan

Später am Tag starten wir unsere Wanderung zum Fuße des Pik Lenin – 23 km quer über das Hochplateau. Die Sonne scheint erbarmungslos und wir haben natürlich vergessen uns ordentlich einzucremen und bekommen beide Sonnenbrand. Nach 6 Stunden erreichen wir das Jurtenlager, dass unsere Unterkunft für die Nacht sein wird und traumhaft gelegen ist.

Jurten direkt am See – im Hintergrund wieder der massive Pik Lenin

Unsere erste Nacht in einer echten Jurte steht an! Dabei werden diese mit kleinen Holzöfen beheizt, wodurch sich ein holzig-rauchiger Geruch in der Jurte breit macht. Nach der Wanderung ist die Jurte auf jeden Fall genau die richtige Unterkunft.

Das Innere der Jurte
Das hölzerne Gestänge und Fell bzw. Filz, dass die Wärme isoliert

Die Jurten werden von einer älteren Dame betreut, die von Mai bis September bei den Jurten bleibt. Damit ihr nicht langweilig wird, hat sie natürlich auch ein Smartphone, dass sie allerdings nicht mit der Stromleitung lädt, die für die Jurten bestimmt sind, sondern mit einer kleinen Solarzelle. Einen Tag muss sie warten, damit ihr Handy komplett geladen ist.

Am nächsten Morgen geht es wieder früh raus, damit wir einen möglichst wolkenfreien Blick auf den Pik Lenin genießen können. Die Landschaft ist stark geprägt von glazialen Ereignissen – wie zum Beispiel 49 Toteislöcher, in denen sich Seen gebildet haben.

Auf der einen Seite…
… und auf der anderen Seite.

Wir treten später wieder den Rückweg nach Osh an. Diesmal wollen wir per Anhalter fahren, weil das CBT überteuerte Preise anbietet. Nach etwa einer Stunde Wartezeit nimmt uns schließlich ein kleiner Transporter, auch wieder gegen Bezahlung, mit. Die Fahrt können wir nun aus dem Fahrerhäuschen viel besser genießen.

Warten auf eine Mitfahrgelegenheit
Ausblick während der Fahrt
Normale Straßennutzer

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