Samarkand

Wir haben uns für einen spontanen Ausflug nach Usbekistan entschieden. Dafür haben wir Glück gehabt und die zwei letzten Plätze einer kasachischen Tour ergattert! Abends geht es mit dem Bus in Almaty los und Richtung Schimkent, einer Großstadt in Grenznähe. In der Früh sind wir an der Grenze und werden von beißendem Myrregeruch empfangen. Eine alte Dame läuft mit einem glühenden Behältnis an uns vorbei und schwenkt das rauchende Zeug – das erklärt so einiges.

Der Grenzübergang ist wenig spektakulär und verläuft ohne Komplikationen. In Usbekistan angekommen, machen wir uns in Richtung Samarkand auf, einer alten und geschichtsträchtigen Stadt, gelegen an der Seidenstraße. Auf dem Weg bemerken wir, dass ein hoher Anteil der PKWs von Chevrolet hergestellt wurde und, dass die meisten Autos weiß sind. Wir werden von unseren kasachischen Mitreisenden aufgeklärt, dass Chevrolet die Marke Daiwoo aufgekauft hat, die ein Werk in Usbekistan hatte und der Staat, um dieses zu fördern, die Steuern auf Chevroletautos ausgesetzt hat.

Mittags erreichen wir Samarkand in der Mittagshitze – es hat 33 Grad… Nachmittags brechen wir dann in die Stadt auf und hören uns eine Führung auf Russisch an. Es ist zwischen den islamischen Maidressen und Moscheen ein merkwürdiger Gedanke, dass sich die Sowjetunion jemals so weit ausgestreckt hat (und sogar noch weiter). Die Stadt hat ein orientalisches Flair und wir sehen häufig Damen die entweder verschleiert sind oder bunte und glitzernde Kleidung tragen.

Blick auf Shah-i-Zinda – eine Ansammlung von Mausoleen
Blick auf eine der vielen islamischen Schulen Samarkands

Ein besonderes Wahrzeichen ist der wohlbekannteste Platz in Zentralasien – der Registan-Platz im Herzen Samarkands. Dieser wird von drei Maidressen gesäumt und ist bei Tag und Nacht ein beeindruckender Anblick.

Registan-Platz bei Tag
Registan-Platz bei Nacht

Eigenschaften der kasachischen Damen in unserer Gruppe sind (1) ein liberaler Umgang mit Zeiten von Treffpunkten und (2) stark narzistische Züge. Diese äußern sich in einer extrem hohen Anzahl an Selfies und Bildern mit besagten Damen vor allen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Am Ende der Reise liegt die Zahl der Selfies bei circa 3.000. Die Dunkelziffer kann bedeutend höher sein…

Der nächste Tag in Samarkand ist zur freien Verfügung und wir sind froh, die Stadt selbstständig erkunden zu können. Die dritte europäische Touristin aus der Gruppe (Laurie aus Frankreich) schließt sich uns an und wir steuern Richtung einer beeindruckenden Moschee. Da wir die russischen Infotafeln nicht lesen können, sprechen wir einen Mann an, ob dieser zufällig Englisch spricht und uns etwas erklären kann. Dieser eilt sofort los und kommt wenig später mit einem eng beschriebenen Buch zurück, in dem er sich auf Usbekisch englische Sätze aufgeschrieben hat. Somit konnten wir einen interessanten Einblick erlangen.

Lehrreiche Minuten in Samarkand
Blick in das Lehrwerk

Samarkand hat einen Basar der recht modern wirkt, auf dem aber immer noch wie vor vielen Jahrhunderten zum jeden Сум gefeilscht wird.

Blick auf das Treiben im Basar von Samarkand
Pausenbeschäftigung der Verkäufer – Schach
Alles wird als Verkaufsstand genutzt

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