Mit einer Marshrutka geht es weiter ans andere Ende des Yssik-Köls nach Karakol. Die Stadt ist von Dunganen geprägt und wir nutzen das erste Mal einen von der US-Aid erstellten Stadtführer – per App! Das funktioniert wunderbar und ist auch genauso informativ wie es sein soll, nicht zu viel und nicht zu wenig.
In Karakol gibt es eine chinesische Moschee, die tatsächlich einen Mix aus Moschee und chinesischer Architektur darstellt.

Ansonsten ist die Stadt als russischer Grenzposten errichtet worden und das wird beim Gang durch die breiten Straßen, vorbei an den Plattenbauten mehr als deutlich.

Die Region hat aber v.a. die dunganische Kultur zu bieten und so entscheiden wir uns einen Ausflug in ein dunganisches Dorf zu machen. Dort sehen wir ein kleines notdürftiges Museum, das von einem sympathischen China-Kirgisien geführt wird. Er erzählt viel über die Herkunft und die Migration der muslimischen Chinesen nach Kirgistan und die Traditionen und Bräuche, ehe im nachhinein ein paar Minuten vor Ort bleiben. Lucas fällt dabei das Schachbrett auf und er wird sofort herausgefordert. Da er lange nicht mehr gespielt hat (und die Zeit natürlich knapp ist), entschließt er sich dem Spiel ein schnelles Ende zu setzen – und wird gnadenlos abgezogen. Natürlich abgesprochen, ist ja klar. Oder so ähnlich.

Der Ausflug wird mit einem Festmahl beendet, bei dem wir unser eigenes Ashlam-Fu zubereiten dürfen. Ansonsten müssen wir an dem Abend auch keinen Hunger mehr leiden.


Jeden Sonntag findet in den Städten Kirgistans der Tiermarkt an den Ortsrändern statt. Das interessante Ereignis lassen wir uns natürlich nicht entgehen. Der Markt ist dabei nach den unterschiedlichen Tieren aufgeteilt. Im Anfangsbereich werden hauptsächlich Ziegen und Schafe angeboten, je weiter es ins Zentrum des Marktes geht, werden die Tiere größer und wertvoller. Im Hauptbereich finden sich Kühe, Bullen und Pferde in allen Größen und Fellfarben. Manch ein Bulle ist so massiv, dass sogar die Kirgisien ihre Handys zücken und ehrfürchtig Bilder machen. Der Markt an sich ist ein großes Gewusel und überall liegt Tiersch****, woraus sich auch ein gewisser Geruch ableiten lässt.


Nach dem Tiermarkt brechen wir, immernoch mit den Schreien der Tiere im Ohr, mit einer Marshrutka (natürlich) zu einer letzten kleinen Wanderung nach Altyn-Arashan auf. Ziel der Wanderung sind die heißen Quellen, die von imposanten Bergen umgeben sind.

Zunächst „genießen“ wir die heißen Quellen unter dem freien Himmel. Die sind allerdings nur so eingeschränkt heiß, weswegen wir uns entscheiden auch die Zahlvariante zu nutzen, bei der das heiße Wasser in kleine Becken geleitet wird. Nach einer Wanderung genau das Richtige:

Am Abend machen wir auf dem Rückweg von den Quellen noch einen Bierstopp in einem Guesthouse und kommen mit dem Gastgeber ins Gespräch. Er erzählt uns viel über den Brautraub und Mythen die diesen umranken. Dazu gehört, dass diese „Tradition“ manchmal auch wahrgenommen wird, wenn der Bräutigam seine Verlobte nicht „erkaufen“ kann.
Zu späterer Stunde holt unser Gastgeber noch UNO hervor und nachdem alle internationalen Regeln geklärt sind, gewinnt natürlich wie immer Diana. Auch diese Regel gilt wohl weltweit.
Am nächsten Morgen geht es wieder zurück nach Karakol und direkt weiter nach Bakonbaevo, wo wir uns noch einmal am Yssik-Kul niederlassen, um noch ein, zwei entspannte Tage zu verbringen.

