Wir kommen abends nach einem langen Tag in Beijing an. Für uns stellt die Ankunft einen kompletten Wandel dar. Kein Russisch mehr, chinesische Schriftzeichen und zunächst einmal das komplette Gegenteil der kirgisischen Natur – Beijing ist als Hauptstadt Chinas eine riesige Metropolregion mit ca. 21 Millionen Einwohnern und damit die zweitgrößte Stadt des Landes. Vor Ort werden wir zunächst mit dem zweitgrößten Metronetz des Planeten konfrontiert – die Navigation fällt allerdings einfach. Die Distanzen sind jedoch sehr groß und vom Flughafen bis zur Haltestelle nahe unserer Unterkunft brauchen wir fast eine Stunde. Nach Ankunft streunen wir noch ein wenig durch das Hutong in dem wir unterkommen sind – ein altes Wohnviertel in Beijing.
Ein Besuch der chinesischen Hauptstadt ist vermutlich ohne die Besichtigung der Verbotenen Stadt nicht vollständig. Bei 36 Grad, praller Sonne und blauem Himmel machen wir uns am frühen Nachmittag also über den Platz des Himmlischen Friedens auf den Weg. Auf besagtem Weg lernen wir, dass man ohne Sicherheits- und Passkontrollen nicht sehr weit kommt – ohne Sicherheitskontrollen nicht in die Metro und ohne Passkontrolle nicht auf den Platz oder in die Verbotene Stadt. Diese laufen allerdings schnell und effizient ab, wirken aber auch ein wenig nachlässig. Nach erfolgreichem Absolvieren und dem gefühlt kilometerweitem Folgen von eingezäunten Fußgängerleitsystemen haben wir es in die Verbotene Stadt geschafft – so wie bis zu 80.000 weitere Touristen jeden Tag.


Die Verbotene Stadt diente früher als kaiserliche Residenz und war der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Für uns fühlt es sich so an, als ob all diese Jahre in Isolation nur stark überkompensiert werden. Dennoch ist es schön, zwischen den vielen reich verzierten Gebäuden, Tempeln und Palästen zu wandern. Auf den Dachgiebeln kann man dort viele kleine Figuren sehen, je mehr davon, desto wichtiger ist das betreffende Gebäude. Nur in der Verbotenen Stadt gibt es ein Gebäude mit 10 solcher kleinen Figuren.

Man findet einen Prachtbau nach dem anderen. Gegen 17 Uhr ziehen die MitarbeiterInnen der Anlage gelbe Westen an und fangen an die Besucher herauszukehren. Eine perfekte Gelegenheit, um die Anlage noch einmal ohne TouristInnen betrachten zu können!


